100 Jahre KFW

Sie befinden sich auf einer Internetseite, die das Arbeiten und Wirken meines Vaters Karl Friedrich Waldmann betrachtet und sich mit seinen Werken auseinandersetzt.

100 Jahre – 100 Werke

Dabei soll auch die Aufarbeitung der fotohistorischen Sammlung eine Rolle spielen.

Fotohistorische Sammlung

Hungerndes Kind in Pakistan 1985 – Filmproduktion des hr: „Bieten Fabrik – suchen Unternehmer“

Fotograf und Kameramann

Viele Menschen sind Karl Friedrich Waldmann und seinem Werk begegnet, ohne den Mann je gesehen zu haben.

Waldmann hat diese Menschen begleitet, hat sie informiert und zu Entscheidungen geführt, indem er sie in strenger Selbstschulung und -Prüfung mit der eingefangenen Wirklichkeit unserer Zeit konfrontiert. Für deren möglichst objektive Darbietung verbürgt sich der Zeit seines Lebens um ehrliche Vermittlung ringende Fotograf und Kameramann.

 Karl Friedrich Waldmann wird am 18. Dezember 1920 in Dittershausen geboren.

Im zweiten Weltkrieg ist er als Fotograf und Kameramann der Wochenschau tätig. „Das Arbeiten war damals sehr schwer, weil man ja so vieles nicht zeigen durfte“ – in jener Zeit, als objektiv erfasste Wirklichkeit sehr gefährlich ist und zurückzustehen hat hinter ihrer ideologischen Bewertung und Deutung. Die Qualität der filmischen und fotografischen Arbeiten macht Waldmann bekannt.

Er arbeitet als freier Fotograf und wird 1963 Filmkameramann beim Hessischen Rundfunk. Er ist der erste ständige Kameramann des Fernsehens in Nordhessen.

Zunächst entstehen eine Fülle von kleinen und größeren Fernsehproduktionen mit Geschehnissen aus seiner Heimat Nordhessen.

Zwischen 1964 und 1972 führen ihn seine Filmproduktionen ins Ausland, vor allem nach Asien, in die Sowjetunion und nach Südafrika.

Die Filme, die für die ARD produziert werden, vor allem in Malaysia, sowie die Serie „Medizin in der Sowjetunion“ und „Bildungssystem in der Sowjetunion“, sind für den Hessischen Rundfunk ein Erfolg. Filme, die unter teilweise schwierigsten Bedingungen gedreht werden mussten. Dies gilt auch fü den Film in Südafrika, wo Karl Friedrich Waldmann den Film über Herztransplantationen des Chirurgen Dr. Christian Barnard bei dessen Patienten Bleiberg herstellt.

Als Kennzeichen der Arbeit Karl Friedrich Waldmanns darf gelten, dass er mit der Kamera das Auge des Betrachters führt und dessen Blick solcherart schärft für die bildliche Dokumentation zu entnehmende, dauerhaft wichtige Information.

Ab 1972 zeichnet Karl Friedrich Waldmann verantwortlich für den Aufbau des neuen Studios Kassel. Zu seinen Obliegenheiten zählen die Entwicklung neuer Teams und – im Rahmen der Ausbildung dort – auch die Unterrichtung von Studenten der Universität Göttingen. Von 1979 bis zu seiner Pensionierung zum Jahresende 1983 ist er Produktionsleiter Fernsehen im Studio Kassel.

Karl Friedrich Waldmann gehört zu den geistigen Vätern und Förderern des Heimat- und Geschichtsvereins Dennhausen/Dittershausen.

Er stöbert historische Aufnahmen aus der nordhessischen Heimat auf, viele weit über 100 Jahre alt, restauriert und reproduziert sie. Er ist ein Sammler, der die großen der Italien-Fotografie liebt und muss zum Interpreter, Bewahrer und Beschützer des Mediums Fotografie werden. Er sammelt und archiviert in seinem kleinen privaten Museum über 10.000 historische Dokumente aus Geschichte der Fotografie. Neben den Aufnahmen aus der Region – dazu zählen u.a. die Fotografen Leonhardt und Steiger – sammelt er Asien, Italien und insbesondere Aufnahmen von den großen italienischen Fotografen aus Rom und Venedig.

Am 18.März 1987 stirbt Karl Friedrich Waldmann.

Text entnommen aus:
Ausstellung des Regionalmuseums Kaufungen (Winfried Wroz), 2003: ‚Prinzenerzieher, Büchsenmacher, Nobelpreisträger – Lebensbilder außergewöhnlicher Persönlichkeiten in der KulturRegion Söhre-Kaufunger Wald‘